Spielen in einer isolierten Welt
22. November 2008
Es ist in heutiger Zeit kein Kunststück mehr, sich das eigene Leben so zu gestalten, dass sowohl eine erfolgreiche berufliche Aktivität wie auch ein zeitfüllendes Freizeitverhalten zu jedem Zeitpunkt möglich ist, ohne das eigene Haus verlassen zu müssen oder mit anderen Menschen unmittelbar in Kontakt zu treten. Viele Menschen üben ihre berufliche Tätigkeit heute über einen Computer aus und in welchen Räumen sich dieser befindet ist für die erfolgreiche Umsetzung der Arbeiten meist unerheblich. Auch die soziale Interaktivität kann adäquat über das Internet in geordnete Bahnen gelenkt werden und an Unterhaltungsangeboten, die nicht mehr voraussetzen, anderen Menschen leibhaftig gegenüberzutreten, mangelt es nicht. Und dennoch mag Individualisten, die sich für ein solches Leben entschieden haben, auf Dauer so manche soziale Fertigkeit abhanden kommen. Wer auch seinen persönlichen Spieltrieb über eine lange Zeit schwerpunktmäßig auf das Spielen am Bildschirm beschränkt hat, wird bei einer geselligen Runde mit Gesellschaftsspielen feststellen, dass die persönliche Anwesenheit anderer Spieler doch immer noch den größten Spaß bedeuten kann.
Gesellschaftsspiele bieten nicht nur eine Gelegenheit, mit anderen Menschen in einen strategischen Wettbewerb zu treten oder das eigene Geschick und die Fingerfertigkeit mit anderen Mitstreitern zu messen, sondern sie helfen nicht selten auch, tiefere Einblicke in die Persönlichkeit anderer Menschen zu gewinnen, sich gegenseitig kennen zu lernen und eine nicht unwesentliche Menge an Smalltalk zu betreiben. Nicht zufällig nutzen viele Eltern Gesellschafts-Spiele, um mit den eigenen Kindern in das Gespräch zu kommen und viel neue Informationen über die Sehnsüchte, Träume und Probleme des eigenen Kindes zu erfahren.
