Naturtextilien aus Ramies

31. August 2008

Neben Hanf für Hanfkleidung ist auch Ramies als Bastfaserbekannt. Die Faser, die erst seit Anfang des 10. Jahrhunderts in Europa bekannt ist und in Südindien und Südasien beheimatet ist. Sie ist sehr wertvoll und seit Jahrhunderten hochgeschätzt. Naturtextilien aus Ramies sind sehr beliebt und werden in der Naturmode immer gefragter. Die Pflanze gehört zu den nesselartigen, mehrjährigen Gewächsen und kann sogar 20 bis 25 Jahre lang Ertrag bringen. Ramie ist die hochwertigste Bastfaser, die es auf der Welt gibt. Der hohe Preis ergibt sich durch die schwierige Gewinnung.

Der Bast hat ein stattliches Gewicht und lässt sich daher nur sehr schwer aus dem ungefähr 2 m hohen Stängel herauslösen. Der Pflanzenleim widersteht selbst einem monatelangen Röstprozess. Daher werden die Fasern durch mechanisches Abziehen des Bastes, welches meistens von Hand vorgenommen wird und anschließend durch Aufschließen und Zerlegen des Bastes in einzelne Spinnfasern, gewonnen. Ramiefasern haben sehr viele Eigenschaften. Sie verrotten nicht, sind lichtbeständig und man kann sie gut färben. Die Elastizität ist aber sehr gering. Es zeichnet sich durch die hohe Quell- und Saugfähigkeit aus.

Die Festigkeit des Ramies übertrifft die des Leines um das Zwei- bis Dreifache. Es hat einen schönen matten Glanz und liegt etwas härter als Baumwolle in der Hand. Das Haupteinsatzgebiet der Ramiesfaser ist die Textilindustrie. Da die Verarbeitung sehr aufwendig ist und bis heute noch nicht komplett automatisierbar ist, kann sie auch nicht mit den anderen, auf dem Markt erhältlichen Naturfasern konkurrieren, was Naturtextilien aus diesem Material hochpreisiger macht. Aber auch in der Seilerei und der Papierproduktion findet Ramies ihre Verwendung. Vor allem kurzfaserige Faserreste werden bei der Produktion von Banknoten und Zigarrenpapier benutzt.