Der Zylinder
3. Juni 2008
Zylinder sind heutzutage nicht mehr weit verbreitet. Jedoch sind Zylinder bereits in die Geschichte eingegangen. Der Hutmacher John Hetherington trug ihn als erster 1797 öffentlich und wurde zugleich wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses bestraft. Er trug damals den ersten Zylinder, der dieses Ärgernis heraufbeschwor. In den 1820er Jahren wurde der Zylinder jedoch populär und avancierte zum Hut des Bürgers, wurde sogar zum Symbol des Bürgertums und spiegelte den Bürgerstolz wieder. Die ersten Zylinder wurden aus hellgrauen oder beigen Filz gefertigt und mit einem schmalen Hutband versehen. 10 Jahre später kam dann der erste Klappzylinder, der so genannte Chapeau Claque auf den Markt und der Zylinder wurde auch zum Reithut für die Frau. Der Klappzylinder besteht aus einem Drahtgestell, dass mit Seide bezogen ist. Im zusammengeklappten Zustand ist der Zylinder gerade einmal so hoch wie seine Krempe. Mit einem Schlag gegen die Krempe, klappt sich der Zylinder mit einem Klappgeräusch auf, daher auch sein Name Chapeau Claque. Seit 1850 wurde der Zylinder zum eleganten Abendhut und seitdem wurde er vorwiegend aus schwarzer glänzender Seide hergestellt, der innen zumeist mit einem roten Futter ausgeschlagen wurde. So kennen wir den Zylinder auch heute noch, der zu bestimmten feierlichen Anlässen getragen wird. Bekannt ist uns der Zylinder aber auch von Zauberern, die ihre weißen Kaninchen aus dem schwarzen Zylinder zaubern. Auch für manche Berufsgruppen ist der Zylinder ein bekanntes Symbol, wie bei den Schornsteinfegern und Kutschern.
