Schlupfwespen gegen Mottenbefall
Die Schlupfwespe (Trichogramma evanescens) oder (Encarsia formosa) hat in den vergangenen Monaten immer mehr an Wert in der ökologischen Schädlingsbekämpfung gewonnen. Und dieses alleinig durch ihr natürliches Brut- und Fressverhalten. Wo in vergangener Zeit nur mit chemischen Mitteln zuwerke gegangen wurde, besinnt man sich nun häufig auf die rein natürliche Art der Ausmerzung von Ungeziefer. Sowohl der ambitionierte Gärtner als auch der Schädlingsbekämpfer, der im Eigenheim tätig wird, greift immer öfter auf die Kooperation der Schlupfwespe zur Beseitigung von Kleidermotten zurück. Dabei muss er nicht mehr tun, als die Maden oder Eier der Schlupfwespe im Terrain oder im Haus, an den befallenen Punkten, zu verstreuen. Alles sonstige übernimmt die Schlupfwespe.Ihre Methode ist in diesem Fall zwar ein klein bisschen unkonventionell aber total effektiv:Ausgewachsene, brutbereite Weibchen legen ihr Ei durch einen Dorn direkt in den Körpern oder Eiern des Schädlings.
Nach ca. 30 bis 40 Stunden entsteht nun eine Made und beginnt ihren Wirt von innen zu verspeisen. DerDieser stirbt de facto an den Folgen. Ist die Made nach ihrer Fressphase gesättigt, so verpuppt sie sich im Inneren der sterblichen Überreste und es schlüpft nach nur einigen Stunden eine neue Schlupfwespe. Diese ist nach einigen Tagen erneut zur Eiablage verfügbar. So wiederholt sich die Vermehrung solange, bis kein Schädling mehr übrig bleibt und sich die aktuelle Population der Nützlinge auf den Weg macht zu neuen Brutgebieten. Dabei ist die Schlupfwespe sehr anpassungsfähig.
So befällt sie zum Exempel sehr gerne die unterschiedlichsten Arten von Motten im Haus. An erster Stelle sind hier wohl die Kleidermotte oder die Zahlreichen Lebensmittelmotten zu nennen. Auch vor Kornkäfern, Schmeißfliegen und Stallfliegen macht sie nicht halt. Im Gartenbereich nutzt sie sehr gerne Blattläuse oder die Weiße Fliege als Brutwirt. Die Schlupfwespe ist ein wahrer Allrounder in der Schädlingsbekämpfung. Dabei ist sie gründlicher, als es der Mensch mit chemischen Mitteln je sein wird.