Auftragsarbeiten im alten Handwerk

14. Mai 2008

Auftragsarbeiten im alten Handwerk – Das nubische Tempelbauprogramm Ramses II brachte zwei der schönsten und interessantesten Felsentempel hervor, für die das alte ägyptische Reich in der damaligen bekannten Welt so gerühmt wurde. Altes Handwerk und einfachste Werkzeuge aus Kupfer und Stein erschufen die Tempel von Abu Simbel, die wahrscheinlich zwischen 1260 und 1255 v.Chr. geweiht wurden. Der größere der beiden Tempel wurde neben verschiedenen Göttern des Nordens und Südens (Amunre, Horus, Ptah und Mehu) Pharao Ramses II geweiht, der Kleinere Hathor von Ibschek und der Königin Nefertari. Johann Ludwig Burckhardt war schließlich der erste Europäer, der am 22. März des Jahres 1813 die Felsentempel besuchte, die schließlich vier Jahre später von Belzoni ausgegraben wurden.

Die beiden Tempel wurden 21 und 60 Meter tief in den Sandstein getrieben und mit allen notwendigen Innenräumen versehen, vom Erscheinungssaal über Magazine bis hin zu Nebenräumen. Der gesamte Reliefschmuck ist vor allem im großen Tempel von Abu Simbel in farbiger Bemalung erhalten. Zwischen 1964 und 1968 wurden beide Felsentempel mit gewaltigen technischen Anstrengungen von ihrem ursprünglichen Standort auf eine Anhöhe versetzt, um eine Flutung durch den Nasser-See zu verhindern.

Internationale Baufirmen aus Ägypten, Deutschland, Italien, Schweden und Frankreich führten diese Auftragsarbeiten aus, die durch Spendengelder aus der ganzen Welt finanziert wurden. Die Macht der lebenden Bilder, in der damaligen Zeit tief im Glauben verwurzelt, faszinieren auch heute noch die Tausenden Touristen, die Jahr für Jahr per Flugzeug oder Bus herbei strömen. So wurde zwar durch die Rettungsaktion die ursprüngliche Magie der Tempel zerstört, doch als eine der Hauptattraktionen des modernen Ägyptens genießen die Tempel von Abu Simbel Weltruhm.