Zwillinge – ganz unterschiedlich

10. Oktober 2008


Das Geschlecht von Zwillingen spielt schon im Bauch eine Rolle. Paddeln Zwillingsmädchen im Fruchtwasser, geht es im Bauch generell gesittet zu. Männliche Föten dagegen füh­ren sich gern auf wie Mini-Machos; kämp­fen, treten, schubsen. Und sind, wie bei zweieiigen Zwillingen, Brüderlein und Schwesterlein neun Monate im Mutterleib vereint, gehen erste Annäherungsversuche und heftige Sympathie-Attacken meist vom Jungen aus. Britische Forscher, die ebenfalls ein Zwillingspaar im Mutterleib beobachteten, stellten fest, dass der kleine Luca, wie er später von den Eltern genannt wurde, in der 20. Schwangerschaftswoche in der Regel wach und kregel war, seine Schwester Alicia dagegen still, entspannt und leicht verpennt. Immer wieder be­wegte sich Luca zu der trennenden Eihülle, weckte die Schwester, indem er seinen Kopf an ihr rieb und sie streichelte. Generell werden Zwillinge von Psychologen oft als sehr soziale, fürsorgliche klei­ne Persönlichkeiten eingestuft.

Viel komplizierter ist diese Thematik sicher noch, wenn es zur prä- und postnatalen Beurteilung von Dril­lingen kommt. Das erste Jahr mit Zwillingen ist das härteste, dann hast du es geschafft. Diesen Satz hört man oft, während man mit Zwillingen schwanger ist und Kinderwagen und Geschwisterwagen anschafft. Von allen, die irgendwie über irgendwen irgendwoher jemanden kennen, der Zwillinge hat. Beruhigend ist das nicht gerade, denn ein Jahr ist schließlich ganz schön lang. Wenn es hinter einem liegt, weiß man: Zwillinge zu haben ist keine Strafe, sondern ein Glück – noch mehr, wenn man ein paar Tricks kennt, sich den Alltag leichter zu machen.